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Wann entstanden die ersten Kleiderpuppen?

Paris gilt als die Mode-Hauptstadt und bietet sich geradezu perfekt als ein Herstellungsort der ersten Mannequins an. Der Begriff selbst wurde jedoch vom Niederländischen abgeleitet und bedeutet „Männchen“. Die um 180 cm hohen Schaufensterpuppen von heute sind aber größer als ein Durchschnittsmensch.

 

Old Modern Kollektion

 

Vom Wachs zum Fiberglas

Modepuppen kamen Mitte des 19. Jahrhunderts mit der Entwicklung der Kaufhäusern während der industriellen Revolution. Zuallererst war Wachs das Trägermaterial, das jedoch bei höheren Temperaturen schmolz. Solche Puppen wogen zudem bis zu 130 kg! In den 40er entworfen Wolf&Vine Kleiderpuppen aus Kunststoff, der jedoch wenig robust. Bevor Fiberglas auf den Markt gebracht wurde, waren auch Holz, Porzellan, Gips und Pappmaschee bei der Herstellung verwendet worden.

 

Vintage Schaufensterpuppe

 

Sanduhr, Twiggy oder V-Figur?

Wer denkt, dass Mannequins schon immer gleich ausgesehen haben, der irrt. Sie spiegelten die herrschenden Moden und soziale Umstände wieder. Während des 1. Weltkrieges waren weibliche Schaufensterpuppen in kürzeren Röcken beliebt, was auf die gesellschaftlichen Änderungen zurückzuführen war – Frauen ersetzten Männer auf dem Arbeitsmarkt. In den 20er war eine Inspiration u.a. von Art Deco, Surrealismus und Dadaismus zu sehen. 30 Jahre später wurden sie der Sanduhr-Figur von Marylin Monroe nachempfunden, während in den 60er die schlanke Twiggy-Silhouette in den Schaufenstern vorherrschte. Heute dominieren athletische Körper mit V-Figur. Erst in den 70er verschwanden Glasaugen, echte Haare und Kunstgebisse von Puppengesichtern. Gesichtslose Mannequins lassen uns auf das Produkt konzentrieren.